REBELLISCHE MUSEN, FRAUEN, BILDER UND MACHT IN DER KUNSTGESCHICHT
Vor achtzig Jahren gingen die Frauen zum ersten Mal in der Geschichte Italiens als Bürgerinnen mit vollen Rechten an die Urnen. Nicht mehr Zuschauerinnen, sondern Protagonistinnen des demokratischen Lebens des Landes. Von diesem Moment an haben ihr Blick, ihre Stimme und ihre Präsenz dazu beigetragen, die Gesellschaft, die Kultur und die Institutionen zu verändern. Achtzig Jahre nach dieser Errungenschaft lädt die Ausstellung Muse Ribelli. Donne, immagini, potere nella storia dell'arte (Rebellische Musen. Frauen, Bilder, Macht in der Kunstgeschichte) dazu ein, über eine weitere Form der Teilhabe und Anerkennung nachzudenken: jene, die die Bilder, die Darstellung und die Rolle der Frauen in der Kunstgeschichte betrifft. Jahrhundertelang wurden Frauen betrachtet, erzählt und dargestellt. Nur selten konnten sie sich selbst definieren und sich selbst darstellen. Der Ausstellungsparcours erzählt genau diesen Übergang: von der Frau als Muse und Objekt des Blicks zur Frau als aktivem Subjekt, Urheberin, Interpretin und Protagonistin ihrer eigenen Geschichte. Denn die Erringung des Wahlrechts stellte nicht nur ein politisches Recht dar, sondern die Bestätigung einer neuen Präsenz im öffentlichen und kulturellen Raum.
