Willkommen auf dem Themenweg “Mit Goethe am Gotthard”. Dieser führt ab Göschenen via Andermatt und Hospental bis auf den Gotthardpass – wo sich tief im Berg im Museum Sasso San Gottardo die landesweit einzige Ausstellung zu Goethes Schweizer Reisen befindet. Johann Wolfgang von Goethe (*28.8.1749, +22.3.1832) ist einer der bekanntesten deutschen Dichter in der Geschichte der Menschheit. Seine Tätigkeiten und Interessen waren sehr vielfältig. Er machte drei Schweizer Reisen, 1775, 1779 und 1797, die er ausführlich in Texten und Skizzen dokumentierte. Auf jeder Reise stieg er bis auf den Gotthardpass hinauf und wieder zurück (ohne den Pass also je zu überqueren) – und sein Weg führte ihn dabei insgesamt fünf Mal über die Teufelsbrücke in der Schöllenen, in jeweils unterschiedlicher Begleitung und anderen Wetterbedingungen, Lebenssituationen und politischen Lagen.
Der erste Teil des Themenwegs führt Sie auf Goethes Spuren von Göschenen durch die Schöllenen bis nach Andermatt. Die Schöllenen war für Goethe ein eindrücklicher Ort, den man “durchreist“ und der jeden Menschen prägt. Bis 1830 war der Fuss- und Saumpfad der einzige Weg – es existierten weder eine befahrbare Passstrasse noch Strassen- oder Eisenbahntunnel – und Mensch und Tier begingen ihn zu allen Jahres- und Tageszeiten, hinauf und hinunter: Schon damals herrschte reger Verkehr! Von seiner Gefühlswelt berichteten Goethe und seine verschiedenen Reisegefährten in Aufzeichnungen und Tagebucheinträgen. Diese begleiten uns heute im Smart-Guide, unterwegs in regelmässigen Abständen, und ermöglichen uns auch eigenen Eindrücke und Unterschiede zu früher intensiver zu erleben: Was trug Goethe im Gepäck? Was tragen Sie im Gepäck? Wo ist er morgens aufgestanden? Wo sind Sie aufgestanden? Welches Wetter herrscht heute? In welcher Jahreszeit befinden Sie sich? (Interessant: Bis zum Bau des Strassentunnels 1980 waren die Passstrasse und das Gotthard-Hospiz ganzjährig geöffnet!)
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... ruft die kleine Treppe, und wir folgen dem Wanderweg in Richtung Häderlisbrücke, Schöllenen, Andermatt.
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>> Der Teufelsstein befindet sich heute etwas weiter unten, Sie haben ihn vielleicht bei der Anreise schon gesehen, beim Kreisel vor Göschenen Als sich Goethe 1775 das erste Mal auf den Gotthard begab, zeichnete er den Teufelsstein. Dieser grosse Felsbrocken beeindruckte ihn wohl besonders und beim Abstieg hielt er ihn erneut fest, diesmal aus einer anderen Perspektive. Zurecht beeindruckt der Stein nicht nur durch sein über 200 Tonnen schweres Gewicht und seine ca. 13 m Höhe, sondern auch durch seine Geschichte. Der Sage nach baute der Teufel den Urnern die Brücke (daher der Name Teufelsbrücke) in der Schöllenen. Als Lohn sollte er die erste Seele, die über die Brücke ging, bekommen – doch er wurde ausgetrickst und bekam die Seele eines Geissbocks. Der Teufel wurde wütend und wollte die Brücke wieder zerstören, wofür er im Wassnerwald einen riesigen Felsbrocken heranzog. Eine fromme alte Frau malte heimlich ein Kreuz auf den Felsen, weshalb der Brocken in Göschenen abstürzte und die Brücke intakt blieb: Der über 200 Tonnen schwere Teufelsstein steht heute noch bei Göschenen, wurde jedoch von Menschenhand 1973 um 127 Meter verschoben, damit die Autobahn gebaut werden konnte. Der Teufelssteins war so überwältigend für Goethe, dass er die Skizzen dieser ungeheuren Wildnis bildlich nur halb zu vollenden wagte: “Den 21. halb 7 Uhr aufwärts; die Felsen wurden immer mächtiger und schrecklicher, der Weg bis zum Teufelsstein, bis zum Anblick der Teufelsbrücke immer mühseliger. (...) Die Umrisse mochten mir gelingen, aber es trat nichts hervor, nichts zurück; für dergleichen Gegenstände hatte ich keine Sprache.” (Aus Dichtung und Wahrheit, Buch 18, Seite 58, GSW) Auch wir machen heutzutage nicht bloss ein einziges Foto von einer Sehenswürdigkeit auf unseren Reisen. Jedes Handy kann in Sekunden Dutzende Fotos machen. Erstaunlich ist, dass selbst Goethe nicht nur mit einer Abbildung zufrieden war. Erinnern Sie sich daran, als Sie das letzte Mal so beeindruckt von etwas waren, dass Sie gleich mehrere Aufnahmen gemacht haben? Haben Sie bereits auf dieser Wanderung Aufnahmen aus verschiedenen Perspektiven gemacht?
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Die originale Steinbogenbrücke, genannt “Häderlisbrücke”, die Sie hier überqueren, wurde bereits 1649 an Stelle eines älteren Stegs erbaut. Oberhalb von Göschenen liegend gehört sie zu den ältesten Übergängen in die Schöllenen. Auch Goethe skizzierte sie, der Perspektive nach bei seinem Abstieg 1775. Die erste Reise, die Goethe in die Gotthardregion unternahm, begann im Mai 1775 und war von der Suche nach innerer Klarheit geprägt. Überstürzt startete er aus Frankfurt, um den persönlichen Verstrickungen mit seiner Verlobten Lili Schönemann zu entkommen, geleitet von dem Wunsch, die alpine Natur zu erleben. Der emotionale Höhepunkt dieser Reise war seine Wanderung auf den Gotthardpass mit dem möglichen Ziel, Richtung Italien abzusteigen. Dort, auf dem Scheitelpunkt zwischen Nord und Süd, traf Goethe jedoch am 22. Juni 1775 einen entscheidenden Entschluss: Er kehrte um, für Italien fühlte er sich innerlich noch nicht bereit. Wärend die ersten beiden Reisen (1775 & 1779), die Goethe in der Schweiz unternahm, spontan unternommen wurden, musste die dritte Reise (1797) gut im Voraus geplant werden, denn es herrschten politische Unruhen aufgrund Napoleons Feldzügen in Europa. Wenn Sie die im digitalen Guide die Bilder anwählen, finden Sie hier Goethes Packliste: Einige Unterschiede fallen zwischen damals und heute auf! So reisen Sie heute möglicherweise ohne weisse Westchen, Unterstrümpfe, Halsbinden und 2 Paar Stiefel...
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Die Galerie, der Sie hier begegnen, hat einen besonderen Namen: Tanzbeingalerie. Nun, ihr Name hat nichts mit rauschenden Festen und geheimen Tanztreffen zu tun, sondern stammt vom Namen des Erbauers. Goethes Stimmungen zufolge war es ein Auf und Ab auf diesem Weg. Zu unterschiedlichen Zeiten begegnen wir ihm sowohl in heiterer Tanzstimmung als auch in einem psychisch und physisch angestrengten Gemütszustand. Stimmungen Allgemein: Insgesamt ging Goethe fünfmal durch die Schöllenen, jedes Mal an einem gänzlich anderen Punkt seines Lebens. Der Ausspruch “Man kann nicht zweimal im gleichen Fluss baden” lässt sich auch auf den Weg durch die Schöllenen übertragen: Man ist beim nächsten Mal nicht mehr dieselbe Person, und auch der Weg verändert sich ständig. Wir begegnen Goethe in diesem engen Durchgang also eigentlich fünf Mal, jeweils in anderen Momenten und Stimmungen. Im Juni 1775 hinauf und hinunter: jung, in Aufbruchstimmung, ungewiss, wie seine weitere Zukunft verlaufen würde (es beschäftigte ihn, ob er sich in bürgerlichen Strukturen niederlassen wollte). Im November 1779 nur hinunter: immer noch jung, aber im Dienst und verantwortlich für “seinen” noch jüngeren Herzog – in diesem Jahr war er bereits Mitglied der Regierung und studierte intensiv den Bergbau. Im Oktober 1797 erneut hinauf und hinunter: Inzwischen kannte er auch Italien, war verheiratet und hatte einen 9-jährigen Sohn. Diese Reise unterschied sich jedoch, denn die politische Lage in Europa war aufgrund der napoleonischen Feldzüge unberechenbar. Stimmungen im Fokus: Erste Reise 1775 – Jugendlicher Sturm und Drang, erfolgreicher Autor von "Die Leiden des jungen Werther" Goethe erlebt die Schöllenen und den Gotthard als überwältigend, die gleichzeitig Gefühle einer “erhabenen Empfindung” sowie eines “schrecklichen” und “wilden” Naturerlebnisses hervorriefen. Jugendliche Begeisterung und Inspiration durch die Naturgewalt begleiteten ihn; auf der anderen Seite war die Reise eine Flucht aus den Verhältnissen in Frankfurt und eine Suche nach innerer Klarheit. Er betrat die Reise mit Jakob Ludwig Passavant. Trotz ihrer Freundschaft blieb die gemeinsame Zeit nicht ohne Reibungen. Am Gotthardpass angekommen, waren sie sich über das Ziel uneinig. Passavant zog es weiter nach Italien, während Goethe zurück nach Andermatt wollte. Sie wurden sich nicht einig und sprachen bis zum schönen Wasserfall der Reuss nicht mehr miteinander. Zweite Reise 1779 – Pflichtbewusstsein und Grenzerfahrung Die zweite Reise unternahm Goethe in Begleitung des Herzogs Carl August in winterlichen Verhältnissen. Goethe nahm hier eine Doppelrolle ein: Er war der Freund des Herzogs, aber auch sein verantwortlicher Berater und eine Art Aufpasser. Die winterliche Überquerung der Alpen empfand er als Grenzerfahrung, die der Herzog als “ärgste Strapaz” beschrieb. Wir begegnen Goethe hier in einer zwiegespaltenen Stimmung, da er seine persönliche Abenteuerlust zurückschrauben und sich um den Herzog kümmern musste: “Wäre ich allein gewesen, ich wäre höher und tiefer gegangen, aber mit dem Herzog muss ich tun, was mäßig ist.” (Tagebucheintrag vom 14.10.1779, Thun, Seite 89 GSW). Obendrein konnte er das Gefühl des Eingesperrtseins nur in privaten und vertraulichen Briefen loswerden, da er weiterhin im Dienste des Herzogs stand. Dritte Reise 1797 – Nostalgie und wissenschaftliche Distanz Seine dritte Reise erlebte Goethe in nostalgischer Stimmung. Der abenteuerliche Charakter, der die ersten beiden Reisen prägte, rückte in den Hintergrund und Goethe trat dem Gotthard nun als erfahrener Geologe entgegen. Er reflektierte über seine vorherigen Reisen in das Gotthardgebiet, seine eigene Vergänglichkeit sowie seine methodischen Beobachtungen und Dokumentationen der Natur. Die dritte Reise war für Goethe eine “Reise und Nichtreise”, wie er in einem Brief vom 25.10.1797 beschrieb (GSW, 237).
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Nun beginnt der Einstieg in das Herzstück dieses Wegabschnitts: die Schöllenenschlucht. Den längsten Teil des Themenwegs von Göschenen nach Andermatt ist bereits geschafft, doch die Schöllenenschlucht hat es in sich! Sie ist ein wahres Zick-Zack, das auch Goethe zu schaffen machte. Die Natur war für Goethe absolut prägend, er beschäftigte sich intensiv mit Geologie und Botanik. Kurz vor der Schöllenen begegnen wir steilen, bewaldeten Hängen, in denen man die Verwurzelung der Bäume in Felsen und Steilhängen beobachten kann. In Wassen, 1775, skizzierte Goethe den dichten Bergwald. Eine Skizze einer Blockhütte auf der Rigi, die er ebenfalls im Jahr 1775 anfertigte, zeigt einen Kontrast zwischen der detailliert menschengebauten Hütte und den Umrissen der Natur. Wie wir schon erfahren haben, war Goethe von der ungeheuren Macht der Natur so überwältigt, dass er, als er den den Teufelsstein in Göschenen skizzierte, auch diesen nur halb zu vollenden wagte. Bei seinen Betrachtungen über Gesteine, Mineralien und Fossilien entzündete sich sein Geist. Zwangsläufig stellte sich ihm dabei die Frage nach dem Alter der Erde. Goethe ahnte, sie müsse unvorstellbar viel älter sein als die aus der Bibel abgeleiteten 6000 Jahre (dies in Frage zu stellen, wäre jedoch äusserst ketzerisch). Einem Freund schreibt Goethe kurz vor seinem Tod: "Man müsste bei fernerer Vertiefung in die Betrachtung der Zeiten wahnsinnig werden." Es scheint, als hätten auch botanische Naturelemente dieselbe Wirkungskraft auf Goethe, wie die geologischen - beide sind hier im kurzen Bergsommer auf äusserst eindrückliche Weise präsent. 1816 schrieb er: "Im engsten Stollen wie in tiefsten Schachten Ein Licht zu suchen, das den Geist entzünde, War ein gemeinsam köstliches Betrachten, Ob nicht Natur zuletzt sich doch ergründe."
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Die Schöllenenschlucht – der kürzeste Weg nach Süden! Goethe beschrieb die Schlucht als „schröcklich”, die man zu erklimmen nur mit “Not und Müh und Schweiss” schaffte. Die Schlucht ist Durchgang zum Gotthard-, Furka- und Oberalppass, ein wahrer Einschnitt in den Berg. Goethe steht besonders für Literatur, Theater, Kunstgeschichte und Dichtung – er beschäftigte sich auch mit Inhalten anderer Art. Eine seiner großen Leidenschaften war die Geologie. Er besaß eine Gesteins- und Mineraliensammlung mit etwa 18.000 Exemplaren, was sie zu einer der größten Mineraliensammlungen zählt, die eine Privatperson je zusammengetragen hat. Einige Dutzend Stück der Sammlung stammten von seiner dritten Schweizer Reise. Auch mit Wilhelm von Humboldt tauschte sich Goethe zu seiner “Mineralien Liebhaberei” aus, und er schrieb in einem Brief vom 7. Februar 1798 an Humboldt: “Die Felsen des Gotthards haben auch die mineralogische Liebhaberei wieder in Bewegung gesetzt, sodass es mir auch von dieser Seite an mancher Unterhaltung in den trüben Wintertagen nicht gebricht.” Goethe war einer der ersten “Influencer” der Menschheitsgeschichte und ein wahres Kommunikationstalent. Auf seinen Reisen traf er eine Vielfalt an Personen: Händler, Reisende, Holzträgerinnen, Söldner und Soldaten, Einwohner, oder Gastarbeiter – mit ihnen kam er ins Gespräch und dokumentierte seine Erfahrungen in Texten oder Zeichnungen.
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Das Urnerloch war bei seiner Fertigstellung 1708 einer der ersten “Tunnel“ in den Alpen! Es war 65 m lang und bedeutete für den Verkehr des 18. Jahrhunderts ein riesiger Fortschritt. Im folgenden Stück des Themenwegs beobachtete Goethe allerlei Verkehrssituationen, darunter auch lokale Holzträgerinnen. Sie schleppten für ein paar Groschen Holz das Tal hinauf, um das bis auf dem schützenden und darum geschützten Bannwald fast-baumlose Urserental mit Brennholz zu versorgen. Goethe beschreibt die Situation wie folgt: "Die Holz schleppenden Weiber begegneten uns: sie erhalten im Urselertal [Urserntal] 6 Groschen für die Last, das Holz kostet sie 3 Groschen bei Göschenen, die andere Hälfte ist ihr Tragelohn. Sturz der Reuß in großen Partien. Brücke. Inschrift in Granit dabei, Schricker; wahrscheinlich der Vorgesetzte beim Brückenbau. Das Tal Urseren baut den Weg fast bis Göschenen. Sonderbare Aussichten in die Tiefe rückwärts: Kühe und Holzträgerinnen stiegen herauf, Nebel zugleich mit." Gezeichnet hat er sie aber nicht, die einzige Darstellung der Holzträgerinnen stammt von Franz Xaver Triner (1767-1824). Nicht nur, weil dies die einzig bekannte Darstellung dieser Holzträgerinnen ist, ist die Rolle dieser Frauen so besonders, sondern auch, weil historischen Aufzeichnungen zufolge hauptsächlich Männer Infrastruktur gebaut haben. Frauen die im 18. und 19. Jahrhundert Geld verdienen konnten, besassen mehr Freiheiten. Da Frauen jedoch mehrheitlich aus der Geschichtsschreibung ausgeschlossen wurden, ist nicht klar, inwieweit die Holzträgerinnen der Schöllenen eine Besonderheit darstellen - dass sie aber überhaupt festgehalten wurden (sowohl von Goethe als auch von Triner) zeigt ihre besondere Rolle auf. Aber nicht nur Frauen begingen hier den Weg; von Hospental an erlebte Goethe regen Passverkehr. Störend für Goethe: Maultiere. «Sie halten einen ungleichen Schritt ... Steht man still, um etwas zu betrachten, so kommen sie einem wieder zuvor, und man ist von dem betäubenden Laut ihrer Klingeln und von ihrer breit auf die Seite stehenden Bürde beschwert.» Aber sie erfreuten ihn auch durch die lebendigen Glockentöne der Tiere, die Goethes Bergerinnerungen rege machten. Noch vor Goethes Tod wurde die Passroute für Kutschen und Fuhrwagen zugänglich gemacht, mit dem Bau der zweiten Brücke 1830. Verkehrsprobleme am Gotthard sind also nichts Neues!
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Nach der äusserst felsigen Strecke öffnet sich nun das Urserntal vor den Wandernden - damals wie heute. Der Anblick der kleinen Steinkirche auf der linken, östlichen Seite, die Kolumban-Kirche, begrüsste schon Goethe bei seinem ersten Aufstieg, während der neue Ortsteil auf der westlichen Seite erst in den letzten Jahren entstanden ist. Johann Wolfgang von Goethe war tiefst beeindruckt von der Gotthardregion und greift zum höchsten Lob in den 1780 zusammengestellten “Briefen aus der Schweiz”: «Mir ist‘s unter allen Gegenden, die ich kenne, die liebste und interessanteste; es sei nun, dass alte Erinnerungen sie wert machen, oder dass mir das Gefühl von so viel zusammengeketteten Wundern der Natur ein heimliches und unnennbares Vergnügen erregt.» Aufgrund fehlerhafter Messungen hielten Goethe und seine Zeitgenossen das Gotthardmassiv bei seiner ersten Reise noch für die höchste Erhebung der Alpen, steht sie doch auch für eine einzigartige Wasserscheide: Von hier aus laufen die Flüsse Rhein, Rhone, Reuss und Ticino in vier Himmelsrichtungen. – Die Höhe des Gotthards muss Goethe zwar Jahre später korrigieren, doch für ihn behält er «den Rang eines königlichen Gebirges über alle andere, weil die grössten Gebirgsketten bei ihm zusammen laufen». Das Ziel dieses Themenwegs war es, einige Eindrücke in die Naturverbundenheit Goethes zu vermitteln und Ihnen seine Faszination für die Region näherzubringen. Dieser Abschnitt ist somit vollendet, aber Goethe blieb nicht in Andermatt stehen! Auf den Gotthardpass führt der zweite Abschnitt des Themenwegs “Mit Goethe am Gotthard” - und auf der Passhöhe, dem Ziel all seiner Reisen, gibt es im Museum Sasso San Gottardo, tief im Berg, die einzige Dauerausstellung zu Goethes Schweizer Reisen zu entdecken (www.sasso-sangottardo.ch).
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